Konsum von Produkten und Dienstleistungen ermöglicht es Verbraucher*innen, sich Bedürfnisse wie Essen, Wohnen, Mobilität und Unterhaltung zu erfüllen sowie individuelle Lebensformen zu entfalten. Der Konsum der privaten Haushalte ist jedoch für einen großen Teil der Ressourceninanspruchnahme und Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. Dabei müssen wir beachten, dass sich der Konsum in Deutschland aufgrund globaler Produktionsprozesse und Lieferketten sowohl auf die Umwelt als auch auf die Menschen im Ausland auswirkt.

Eine Diskussion über unsere Lebensstile und unsere Verantwortung beim Konsum ist daher unerlässlich!

Die Bundesregierung hat bereits 2016, unter der Federführung von Bundesumweltministerium (BMU), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) mit dem Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum die Basis für die Förderung von nachhaltigem Konsum geschaffen. Es beschreibt, wie nachhaltiger Konsum auf nationaler Ebene in unterschiedlichen Bereichen systematisch gestärkt und ausgebaut werden soll. Eine Reihe staatlicher Maßnahmen, Aktivitäten und Initiativen sind auf dieser Seite für Sie zusammengetragen.  

Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Agenda2030 (Sustainable Development Goals, kurz: SDG), insbesondere dem Nachhaltigkeitsziel SDG 12 „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster“

Der Konsum von Produkten und Dienstleistungen ermöglicht den Konsument*innen, sich Bedürfnisse wie Essen, Wohnen, Mobilität und Unterhaltung zu erfüllen sowie individuelle Lebensformen zu entfalten. Konsum umfasst neben dem Kauf von Produkten auch Nutzungsverhalten wie Pflege und Reparatur und die Entsorgung. Konsum beeinflusst dabei jedoch in erheblichem Maße nicht nur die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen, sondern auch den Zustand der Umwelt im In- und Ausland. 

In den Industrieländern haben sich heute überwiegend Lebensstile durchgesetzt, die mit einem hohen Bedarf an Energie und Ressourcen einhergehen. Die Folge sind Umweltschäden wir Klimawandel, Verlust biologischer Vielfalt, Flächenverbrauch, Versauerung von Böden oder Wassernutzung. Hinzu kommen soziale Folgen wie beispielsweise gesundheitsgefährliche Arbeitsbedingungen in manchen Ländern. 

Gemäß dem Leitbild für nachhaltige Entwicklung ist Konsum dann nachhaltig, wenn die Bedürfnisbefriedigung heutiger und zukünftiger Generationen unter Beachtung der Belastbarkeitsgrenzen der Erde nicht gefährdet wird.

Nachhaltiger Konsum ist Teil einer nachhaltigen Lebensweise und ein Verbraucherverhalten, das unter anderem Umweltaspekte und soziale Aspekte bei Kauf, Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen berücksichtigt. Nachhaltiger Konsum reicht damit in den individuellen Lebensstil des Menschen hinein.

 

Zum Weiterlesen:

Die Bundesregierung hat am 24. Februar 2016 das federführend von Bundesumweltministerium (BMU), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) erstellte Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) beschlossen. Das Programm konkretisiert die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Konsum und legt dar, wie nachhaltiger Konsum auf nationaler Ebene in unterschiedlichen Bereichen systematisch gestärkt und ausgebaut werden soll.

Das Programm umfasst die sechs Konsumbereiche mit dem größten Potenzial für Umweltentlastungen: Mobilität, Ernährung, Wohnen und Haushalt, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit. Darüber hinaus werden auch übergreifende Handlungsansätze dargestellt, unter anderem Bildung, Verbraucherinformation und Forschung.

Deutlich mehr Nachhaltigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: es gilt das Prinzip der geteilten Verantwortung zwischen Politik, Wirtschaft und jedem Einzelnen. Je größer der Handlungsspielraum einer Akteursgruppe, desto größer ist auch deren Verantwortung zur Förderung nachhaltigen Konsums. Produzent*innen sind angehalten, ihre Produkte so langlebig, reparaturfreundlich, ressourcen- und energieeffizient wie möglich zu gestalten, um Konsument*innen nachhaltigen Konsum zu ermöglichen. Dafür muss die Politik die Rahmenbedingungen anpassen, Anreize schaffen, Innovationen fördern und den Strukturwandel begleiten.

Das NPNK richtet sich auch an die Nachfrageseite. Ziel ist, dass sich nachhaltige Lebensstile als Standard durchsetzten und nachhaltiger Konsum im Mainstream ankommt. Nachhaltige Konsumentscheidungen können können unter anderem durch Information und Bildung sowie nachhaltige Produkt- und Dienstleistungsalternativen unterstützt werden.

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 wurde der "nachhaltige Konsum" als Begriff und Idee in die politische Diskussion eingeführt. Zehn Jahre später auf dem Weltgipfel in Johannesburg erfolgte der Beschluss eines Zehn-Jahres-Rahmens für Programme für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (10 Year Framework of Programmes, 10YFP). Konkretisiert wurden die Ziele in dem 2003 gestarteten "Marrakesch-Prozess", in dessen Zentrum die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Stärkung nachhaltiger Konsummuster und Produktionsmuster stehen, die auch Basis für entsprechende nationale Strategien bilden.

In Deutschland wurde vor diesem Hintergrund im Jahre 2004 vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt der nationale Dialogprozess zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsweisen ins Leben gerufen. Auf der europäischen Ebene folgte 2008 der Aktionsplan "Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch".

Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012 (Rio+20) wurde der Zehn-Jahres-Rahmen für Programme für nachhaltige Konsummuster und Produktionsmuster beschlossen. Aus diesem Beschluss hat sich das One Planet Network als globale Aktionsplattform für nachhaltigen Konsum und Produktion im Sinne von SDG12 entwickelt.

Die Logos der "Ziele für nachhaltige Entwicklung" und des SDG12
Die Logos der "Ziele für nachhaltige Entwicklung" und des SDG12