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Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Ökodesign

BMU legt erste umweltpolitische Digitalagenda vor

Mehr als 70 Maßnahmen sollen helfen, die Digitalisierung für den Umweltschutz zu nutzen. Die Digitalagenda ist die erste Strategie in Europa, die Digitalisierung und Umweltschutz derart konsequent miteinander verbindet. Nachhaltiger Konsum ist als eins von vier zentralen Transformationsfeldern zentral vertreten.

Verbraucher*innen treffen jeden Tag die unterschiedlichsten Kauf- oder Nutzungsentscheidungen. Damit haben sie großen Einfluss auf die Umweltwirkungen des Konsums sowie auf die Art und Weise, wie produziert wird. Im Alltag stoßen dabei viele verschiedene Anforderungen aufeinander – Beruf und Haushalt, Familie und Freundeskreis. Umweltpolitisch geht es darum, Konsumoptionen so zu gestalten, dass Verbraucher*innen nachhaltige Entscheidungen treffen können. Daher ist „Nachhaltiger Konsum“ eines der vier großen Transformationsfelder, die in der neuen Digitalagenda prioritär adressiert werden.

Um den nachhaltigen Konsum im Rahmen der Digitalisierung zu stärken sind diverse Maßnahmen geplant oder befinden sich bereits in der Umsetzung.

Das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK) liefert seinen Beitrag zur Digitalagenda beispielsweise über die Leuchtturm-Initiative „Wege und Bausteine einer digitalen Agenda für nachhaltigen Konsum“. Hier stärken das UBA, das BMU und das KNK systematisch die Querschnittsdimension der Digitalisierung bei der Implementierung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum (NPNK). Gemeinsam mit Interessierten werden Lösungsbeiträge für die gesellschaftliche Verwirklichung nachhaltiger Konsummuster und Lebensstile vor dem Hintergrund des digitalen Wandels erarbeitet.

Außerdem sollen Smartphones und Tablets durch neue Regeln auf EU-Ebene ein längeres Leben bekommen. Im Rahmen der EU-Ökodesign-Richtlinie soll vorgeschrieben werden, dass Hersteller Akkus und Displays austauschbar machen und für eine Mindestfrist Ersatzteile oder Updates anbieten müssen. Das BMU setzt sich in diesem Rahmen auch für eine "Garantieaussagepflicht" ein.

Darüber hinaus enthält die Agenda auch Vorschläge für umweltfreundlicheres Online-Shopping. Ziel ist, umweltfreundliches Einkaufen durch mehr Transparenz zu erleichtern. Ein schneller Weg dahin wären Selbstverpflichtungen der Onlinehändler, Umweltschutzkriterien in ihre Such-Algorithmen einzubauen oder Produkte mit dem Blauen Engel gesondert anzuzeigen. Große Chancen bietet in dem Bereich auch ein sogenannter digitaler Produktpass.

Auch zum Thema Streaming enthält die Digitalagenda des BMU konkrete Vorschläge. So könnten Streaming-Dienstleister zum Beispiel im Rahmen einer Selbstverpflichtung dazu bewegt werden, Rechenzentren zu 100 Prozent mit Ökostrom zu betreiben und die Abwärme sinnvoll zu nutzen.

Entwickelt wurde die Digitalagenda vom BMU in einem breiten Dialog mit rund 200 Expert*innen, darunter auch das Wuppertal Institut. Mehr Informationen finden Sie auf der Themenseite des BMU: https://www.bmu.de/digitalagenda/ 


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