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Umweltbundesamt

EMW-Jahresthema 2026: Mobilität unter den Generationen

Jede Generation hat ihre eigenen Mobilitätsbedürfnisse. Doch Kinder und Senior*innen haben besondere Anforderungen, wie Straßenräume und Verkehr gestaltet werden sollten, damit sie mobil sein oder bleiben können. Deshalb soll in der diesjährigen EMW der Schwerpunkt auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Generationen gelegt und mit zahlreichen Aktionen ausgestaltet werden.

Kindermobilität

Kindermobilität zeichnet sich insbesondere durch ihre Abhängigkeit von der Mobilität, den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Eltern aus. Das große Bedürfnis von Eltern nach Sicherheit, bestehende komplexe Wegeketten sowie Zeitknappheit führen derzeit dazu, dass der Pkw die Familien- und damit die Kindermobilität dominiert. 

Kinder im Alter von null bis neun Jahren legen beispielsweise laut der Studie "Mobilität in Deutschland" (2023) fast die Hälfte ihrer Wege als Beifahrer im Auto zurück. Entsprechend werden nur knapp ein Drittel der Wege von Kindern zwischen null und sechs Jahren zu Fuß bewältigt. Zudem verfügen 93 Prozent der Familien über einen Pkw im Haushalt. 

Dabei ist aktive Mobilität gerade für Kinder sehr wichtig: Sie hilft Kindern dabei, ihre Fähigkeiten, Aufmerksamkeit und Risikokompetenz zu entwickeln. Zudem stärkt sie die motorischen Fähigkeiten, Gesundheit, Selbstständigkeit und Konzentration. Kinder übernehmen Verantwortung für sich im Straßenverkehr und stärken so gleichzeitig das Gefühl von Selbstwirksamkeit und die Sozialkompetenz.

Seniorenmobilität

Der Fußverkehrsanteil steigt erst mit circa 60 Jahren wieder an und der Radverkehrsanteil bleibt im Verlauf des Lebens gleichbleibend niedrig. Mobilität von Senior*innen zeichnet sich also vor allem dadurch aus, dass das Auto bis ins hohe Alter eine wichtige Rolle spielt. Erst ab circa 80 Jahren nimmt die Bedeutung des Autos ab – dann aber mit einschneidenden Folgen für die eigene Mobilität, denn die Mobilität nimmt insgesamt deutlich ab. 

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung ist die Tatsache, dass sich seit dem Jahr 2000 die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Senior*innen verdoppelt hat.

Nachhaltige Mobilität hilft Senior*innen und Kindern gleichermaßen

Kinder wie auch Senior*innen haben ähnliche Bedürfnisse, wenn es darum geht, sicher im Straßenverkehr mobil zu sein. Für beide Gruppen sind folgende Aspekte von zentraler Bedeutung: 

  • niedrige Geschwindigkeiten (Tempolimits)
  • kurze Wege
  • lange Grünphasen an Fußgängerampeln
  • Verweilorte
  • Ausreichend Platz
  • Ebene, rutschfeste Oberflächen
  • Einfache Orientierung
  • Eigenständige Radwege
  • Einfache ÖPNV-Nutzung
  • Angenehme Umgebung
  • Sichere Straßenquerungen
     

Die meisten dieser Aspekte würden sich automatisch ergeben, wenn nachhaltige Mobilität im Zentrum der Verkehrs- und Straßenraumplanung stünde. Und nicht nur Kinder und Senior*innen profitieren – auch alle anderen Menschen, deren Mobilität aus unterschiedlichen Gründen eingeschränkt sein kann. 

Intergenerationale Fairness

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Jahresthemas bezieht sich auf eine zeitliche Komponente. Nicht nur jetzt sollte Mobilität möglichst so gestaltet werden, dass alle Menschen nachhaltig mobil sein können. Auch in Zukunft sollte es Menschen möglich sein, nachhaltig mobil zu sein. Entscheidend dafür sind aktuelle Entscheidungen, die zukünftigen Generationen die gleichen Chancen wie der gegenwärtigen Generation ermöglichen. Konkret hält das Jahresthema dazu an aktuelle Entscheidungen bewusst unter dem Aspekt zu reflektieren, dass Mobilität so gestaltet werden sollte, dass sie den Bedürfnissen der heutigen Generation gerecht wird und gleichzeitig die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigt. 

Die EU-Kommission lädt 2026 alle dazu ein, die Europäische Mobilitätswoche (EMW) zu nutzen, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen hinzuweisen – im hier und jetzt wie auch in Zukunft. Ein kurzes Factsheet auf Englisch stellt das Motto kurz vor. Erste Aktionsideen wurden im EMW-Onlineseminar zum Jahresthema vorgestellt.

Das EMW-Jahresthema ist nicht bindend für die Teilnahme an der diesjährigen EMW, sondern soll vor allem neue Inspirationen, neue Ansätze für die Aktionsentwicklung, neue Partner oder einen Perspektivwechsel ermöglichen.

Pressemeldung


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