Lebensmittelverschwendung bekämpfen – Tafeln stärken
Das neue Projekt „Zukunftsstrategie Lebensmittelrettung und Logistik (ZuLo)“ des Dachverbands Tafel Deutschland e. V. und seiner Landesverbände ist Teil der strategischen Weiterentwicklung der Lebensmittelrettung und Logistik bei Tafel Deutschland (TD). Es zielt auf die zusätzliche Einwerbung und bessere Verteilung von Lebensmittelspenden ab. Dazu will TD verstärkt Lebensmittelhersteller ansprechen und den Lebensmitteleinzelhandel für die rechtliche Absicherung von Spenden aus der Eigenmarkenproduktion gewinnen. Zudem steht die Optimierung logistischer Abläufe auf der Agenda.
Die mehr als 980 Tafeln in Deutschland retten jährlich rund 265.000 Tonnen Lebensmittel und geben sie an rund 1,5 Millionen armutsbetroffene Menschen weiter. Allerdings stoßen die überwiegend ehrenamtlich betreuten Tafeln gerade bei Großspenden logistisch oft an ihre Grenzen. Gleichzeitig gibt es seit einigen Jahren einen, wenn auch örtlich variierenden, Trend zu zurückgehenden Spenden aus dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH), der seine Lieferketten immer effizienter gestaltet.
Hier setzt das Projekt ZuLo an, dessen Ziel es ist, das Großspendenaufkommen insbesondere aus der Lebensmittelindustrie bis zum Projektende signifikant zu steigern und eine transparente, schnelle und effiziente bundesweite Verteilung sicherzustellen. Dafür formuliert TD gemeinsam mit seinen Landesverbänden und den Tafeln konkrete, freiwillige Ziele und bietet ihnen gleichzeitig Unterstützung an, u. a. mit verschiedenen Bildungs- und Informationsangeboten.
Signifikante Spendenmengen könnten zusätzlich erschlossen werden, wenn Eigenmarken-Produzenten des LEH Überschüsse leichter abgeben könnten. Dem steht entgegen, dass die Produzenten häufig als Unterauftragnehmer des LEH agieren und nicht eigenständig über die Abgabe entscheiden können. Ein Schwerpunkt von ZuLo ist deshalb der verstärkte Austausch mit den LEH-Partnern, um zusätzliche Potenziale für Spenden zu erschließen sowie Klarheit und Rechtssicherheit bei der Spende von Eigenmarken seitens der Hersteller zu schaffen.
Im Rahmen von ZuLo will TD zudem Transport-Rahmenverträge mit Logistikdienstleistern entwickeln, um auch Spenden erschließen zu können, bei denen der Transport nicht durch die Spender*innen übernommen werden kann.
Schließlich klärt TD verstärkt über die Möglichkeiten von Warenspenden bei überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum auf. Alle Spender und Tafeln sollen bis zum Projektende über die Bedingungen bei Spende, Annahme und Weitergabe solcher Lebensmittel informiert sein.
ZuLo ergänzt bestehende Aktivitäten von TD, insbesondere im Rahmen der Allianz für Lebensmittelrettung, die die Akquise größerer Lebensmittelspenden und deren Transport bündelt. Es baut außerdem auf den Ergebnissen der bisherigen Projekte „eco-Plattform“ und „TafelConnect“ auf. Mit ihnen hat TD insbesondere die digitalen Voraussetzungen für eine überregionale bis hin zur bundesweiten Verteilung von Lebensmittelspenden geschaffen. Beide Vorhaben wurden ebenfalls vom BMLEH gefördert.
Hintergrund:
Mit diesem Vorhaben nimmt Tafel Deutschland direkten Bezug auf die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung (StLMV), die zuerst 2019 durch das damalige Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung vorgelegt und von der Bundesregierung beschlossen wurde. Ziel der Strategie ist die signifikante Reduzierung von Lebensmittelabfällen in Deutschland. Die im Oktober 2025 novellierte Abfallrahmenrichtlinie, die bis Mitte 2027 in nationale Maßnahmen überführt werden muss, setzt zudem EU-weite verbindliche Reduktionsziele im Bereich der Lebensmittelabfälle. Das Projekt „ZuLo“ verfolgt konkret das Ziel, einen Beitrag zur Lebensmittelrettung in den Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung und Handel zu leisten. Für den Sektor Verarbeitung wurde in der EU-Abfallrahmenrichtlinie das Ziel der Reduzierung von Lebensmittelabfällen um 10 Prozent, für den Handel, die Außer-Haus-Verpflegung und die privaten Haushalte das Summenziel von minus 30 Prozent pro Kopf bis 2030 festgelegt.
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