Mit fünf einfachen Schritten Energie und Geld sparen
Der aktuelle Energiepreisschock infolge des Irankriegs zeigt deutlich: Fossile Energieträger sind nicht nur schlecht für das Klima, sie machen Unternehmen und Haushalte auch besonders anfällig für externe Schocks. Die Krise kann ein Weckruf sein, um flächendeckende Elektrifizierung, etwa im Verkehr und bei Heizungen, und den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen und so die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren.
Energiesparen lässt sich hingegen kurzfristig umsetzen und ist eine wirkungsvolle Maßnahme gegen steigende Preise. Zudem lassen sich so klimaschädliche Emissionen einfach reduzieren. Das Umweltbundesamt schätzt fünf einfach umsetzbare Sofort-Tipps hinsichtlich ihres Sparpotenzials ein. Im Ergebnis wird deutlich: Unter bestimmten Bedingungen lassen sich im Schnitt über 500 Euro pro Person und Jahr einsparen, wie die folgenden Beispiele zeigen.
UBA-Präsident Dirk Messner: „Die fossilen Energien stecken in der Krise – mal wieder. Jeder neue Preisschock führt uns vor Augen, wie erpressbar unsere Volkswirtschaft, wie verwundbar unser Alltag durch die Abhängigkeit von Öl und Gas sind. Dabei können wir alle mit einfachen Mitteln Energie sparen. So schonen wir unseren Geldbeutel und nicht zuletzt Umwelt und Klima.“
Vorausschauend fahren
Durch eine vorausschauende und defensive Fahrweise lässt sich der Sprit- oder Stromverbrauch deutlich senken. Wer mit geringer Geschwindigkeit unterwegs ist und sich an „freiwilliges Tempolimit“ hält, kann mehrere hundert Euro an Tankkosten im Jahr sparen. Bezogen auf ganz Deutschland würde ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer auf Autobahnen und 80 Stundenkilometer auf Landstraßen den Kraftstoffverbrauchverbrauch um 2,8 Milliarden Liter und die klimaschädlichen Emissionen um 6,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr senken. Zusätzlich empfiehlt es sich, keine unnötigen Lasten zu transportieren, auf einen optimalen Reifendruck zu achten und Nebenaggregate wie Klimaanlagen nur anzuschalten, wenn diese wirklich benötigt werden.
Öfters das Rad statt das Auto nutzen
Zu Fuß gehen und Fahrrad fahren ist nicht nur gesund, es spart auch Kosten. Wer zum Beispiel seine Einkäufe mit dem Rad statt mit dem Auto erledigt, kann bei zwei Kilometer Entfernung zum Einkaufsort etwa bis zu 100 Euro pro Jahr einsparen. Gepäckträgertaschen oder ein kleiner Fahrradanhänger ermöglichen auch größere Einkäufe ohne Auto.
Den eigenen Energieverbrauch prüfen
Nur wer den eigenen Energieverbrauch kennt, kann an der richtigen Stelle ansetzen. Das Umweltbundesamt empfiehlt den HeizCheck der gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online, um den Heizenergieverbrauch eines Hauses oder einer Wohnung einzuschätzen. Der StromCheck zeigt, wie hoch der eigene Stromverbrauch ist. Das Energiesparkonto ist ein kostenloses Online-Tool, das Haushalten hilft, den eigenen Energieverbrauch zu erfassen, zu analysieren und gezielt Einsparpotenziale zu identifizieren. Es funktioniert wie ein digitales Haushaltsbuch für Strom, Heizung und Warmwasser.
Sparduschkopf einbauen
Sparduschköpfe sparen zwischen 100 bis 200 Euro Warmwasserkosten pro Person und Jahr. Sie verbrauchen nur sechs bis neun Liter pro Minute (gegenüber zwölf bis 15 Liter bei herkömmlichen Duschköpfen). Diese Angabe sollte sich in der Produktbeschreibung wiederfinden. Der Duschkopf lässt sich mit wenigen Handgriffen tauschen – egal ob in der Mietwohnung oder im Eigenheim. Beim Kauf auf gute Qualität achten, zum Beispiel mit dem Blauen Engel.
Heiztemperatur optimieren
Nach den letzten Heiztagen ist ein guter Zeitpunkt, die nächste Heizsaison vorzubereiten. Sinnvoll ist der Einbau eines Thermostatventils bzw. dessen Wirksamkeit zu überprüfen. Ein Grad weniger auf dem Thermostat kann rund sechs Prozent Heizkosten sparen. Zeitgesteuerte Thermostatventile können zudem vor allem in schlecht gedämmten Häusern etwa in Wohn- und Badezimmern Heizkosten sparen. Diese lassen sich auch problemlos in Mietwohnungen installieren. Mieter*innen benötigen dafür nicht die Zustimmung des Vermieters, jedoch müssen sie die Kosten dafür in der Regel selbst tragen, wenn diese nicht als Modernisierungsmaßnahme durch den Vermieter eingebaut werden. Der Einsatz programmierbarer Thermostate kann etwa zehn Prozent Energie sparen, wodurch sich die Anschaffungskosten häufig vergleichsweise schnell amortisieren.
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