Neue Wege, anders pendeln: Wie Reallabore den Arbeitsweg nachhaltig verändern
Wie verändern sich Pendelpraktiken und wie lassen sich positive Veränderungen durch gezielte Interventionen im städtischen Raum fördern? Das Projekt "PendelLabor" ist dieser Frage nachgegangen und hat seine Erkenntnisse im Artikel "Reconfiguring commuting - Using practice theory in real-world laboratories" veröffentlicht.
Die Forschung im Reallabor belegt, dass eine dauerhafte Veränderung von Pendelpraktiken im Rahmen von gezielten Pendelexperimenten gelingen kann. Viele Pendlerinnen und Pendler sind durchaus bereit und in der Lage, ihren täglichen Arbeitsweg umweltfreundlich umzugestalten. Als wesentliche Voraussetzung dafür hat die Studie das Erlernen neuer Fähigkeiten identifiziert – dazu gehören beispielsweise der routinierte Umgang mit der Witterung, ein besseres Verständnis des ÖPNV-Systems oder praktische Kenntnisse darüber, wie Gegenstände sicher auf dem Fahrrad transportiert werden können.
Ebenso wichtig sind neue Bedeutungen, die sich erst durch das praktische Ausprobieren alternativer Verkehrsmittel im Alltag entwickeln; hierzu zählen insbesondere der Spaß an der Bewegung und gesundheitliche Aspekte. Als größte Hindernisse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Pendelmobilität benennt die Untersuchung jedoch die weiterhin häufig mangelhafte Fahrradinfrastruktur sowie die fehlende Zuverlässigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs.
Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden nun im aktuellen Projekt "transform-R" im Reallabor "Anders Pendeln" konkrete Pendelexperimente weiterentwickelt und erprobt. Ziel ist es, diese dauerhaft als wirksames Instrument im kommunalen und betrieblichen Mobilitätsmanagement einzusetzen.
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