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Umweltbundesamt

Verpackungsverbrauch 2023 gesunken, Recyclingquote gestiegen

Deutschlands Verpackungsmüll schrumpft spürbar: 2023 sank der Verbrauch um fast 6 Prozent. Dahinter stecken allerdings nicht nur umweltbewusste Bürger, sondern vor allem die schwächelnde Wirtschaft und eine maue Ernte. Während das Recycling zulegt, gibt es zwei Überraschungen: Der Aluminium-Verbrauch steigt gegen den Trend – und trotz des gesetzlichen Verbots landen immer noch Hunderte Millionen Kunststofftragetaschen an den Kassen.

Laut dem von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellten Bericht sank im Jahr 2023 der Verpackungsverbrauch bei den Materialien Papier, Kunststoff, Glas, Eisenmetalle und Holz. Bei Aluminium stieg der Verpackungsverbrauch hingegen an. Der insgesamte Rückgang des Verpackungsverbrauchs ist auch im Jahr 2023 unter anderem auf konjunkturelle Faktoren und mäßige Ernten, die zu geringeren Konservenabfüllungen führten, zurückzuführen.

Leichter Anstieg der Recyclingquote

Im Jahr 2023 wurden 69,4 Prozent aller Verpackungen recycelt. Das ist ein Anstieg um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2019, in dem zum ersten Mal am Eingang in das letzte Recyclingverfahren bilanziert wurde, stieg die Recyclingquote um 5,4 Prozent. 2023 stiegen die Recyclingquoten bei Papier, Kunststoff, Aluminium, Weißblech, Glas und Holz. Ein Rückgang der Recyclingquote war hingegen bei Feinblech/Stahl zu verzeichnen.

Weiterhin Abgabe von leichten Kunststofftragetaschen

Seit dem 1. Januar 2022 ist in Deutschland die Abgabe von leichten Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke kleiner 50 Mikrometern bis auf Ausnahmen verboten. Insgesamt war auch im Jahr 2023 wieder ein Rückgang zu beobachten. Laut Bericht wurden 2023 trotz Verbot aber noch 328 Millionen Tragetaschen mit einer Wandstärke zwischen 15 bis unter 50 Mikrometern abgegeben, für die es keine Ausnahmen vom Verbot gibt. Die Abgabe dieser Taschen erfolgte vor allem in den Vertriebslinien Gastronomie, Lebensmittelhandwerk und -fachhandel, Kioske, Spätverkaufsstellen sowie sonstiger Lebensmittel- und Kleinsthandel.

Als mögliche Gründe hierfür nennt die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) folgende:

  • Abgabe von Restbeständen auch als Folge der Corona-Pandemie
  • Falsche Interpretation des Kunststofftragetaschenverbots (zu weite Auslegung der Bestimmungen, unter denen eine Abgabe sehr leichter Kunststofftragetaschen weiterhin erlaubt ist)
  • Einsatz von vermeintlichen „Bio-Kunststofftragetaschen“ unter der falschen Annahme, dass das Inverkehrbringen dieser Tragetaschen nicht verboten ist
  • Unwissenheit über das Kunststofftragetaschenverbot
  • Bewusster Verstoß gegen das Kunststofftragetaschenverbot
     

In Zukunft erwartet das Umweltbundesamt eine weiter sinkende Zahl in Verkehr gebrachter Kunststofftragetaschen, wenn Restbestände aufgebraucht sind. Eine Durchsetzung des Verbots fällt in den Aufgabenbereich der für den Vollzug zuständigen Behörden in den Bundesländern. Das Bundesumweltministerium hat die Länder in der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall auf die teilweise Nichtbeachtung des Verbots aufmerksam gemacht. Unternehmensscharfe Daten liegen dem UBA nicht vor.

Weitere Informationen

Bei den vorliegenden Daten handelt es sich um Hochrechnungen von Befragungsergebnissen. Folgende Verpackungen werden beim Gesamtverbrauch berücksichtigt: Verkaufs-, Um-, Transport-, Mehrwegverpackungen, Verpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter und Einwegbestandteile der Mehrwegverpackungen. Die angegebenen Recyclingquoten für das Gesamtaufkommen beziehen sich auf alle in Deutschland angefallenen Verpackungsabfälle, die innerhalb Deutschlands oder in einem anderen Staat stofflich verwertet wurden. Davon zu unterscheiden sind die im Verpackungsgesetz festgelegten Quoten, welche von den dualen Systemen für die beteiligungspflichtigen Verpackungen mindestens erreicht werden müssen. Informationen zur Erfüllung dieser Quoten werden zu einem späteren Zeitpunkt gesondert veröffentlicht.

Pressemeldung


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